Hausarzt Medizin

Kopfschmerzen: Cluster- Kopfschmerz und Migräne ...

Kopfschmerzen sind der vierthäufigste Grund, weshalb Patienten ihren Hausarzt aufsuchen. Wie erkennt man einzelne Varianten, zum Beispiel den Cluster- Kopfschmerz? Dieser wird oft durch Licht, Sauerstoffmangel oder Alkohol ausgelöst, sitzt einseitig orbitotemporal und bleibt auf seiner Seite. Der Schmerz ist intensiv brennend oder bohrend, beschrieb Dr. Dieter Dallmann aus Issum. Bis zu drei Attacken à 20 - 120 min können an einem Tag auftreten.

Im Gegensatz dazu ist der oft durch Licht, Käse oder Hormone getriggerte Migräneschmerz zum Seitenwechsel bereit. Der Schmerz ist häufig dumpf, pulsierend und kann unbehandelte Patienten bis zu 72 Stunden quälen. Geräusch- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und bei manchen Betroffenen auch eine Aura können dazukommen.

… Glaukom, Schlafapnoe …

Übelkeit (teilweise mit Erbrechen und Fieber) begleitet auch das Glaukom. Die Patienten erleiden orbital halbseitige, heftig drückende Schmerzen bei bretthartem Bulbus, betonte Dallmann. Die Hornhaut kann trübe und die Pupillen weit (und reaktionslos) sein. Warnsymptome, die ihnen hinterher auffallen, sind Nebelsehen und Farbringe. Für die Behandlung stehen zum Beispiel Diamox i.v., Dolantin gegen die Schmerzen sowie entsprechende Augentropfen (Pilocarpin) zur Verfügung, erklärte er.

Anders äußert sich der allgemeine, diffuse morgendliche Kopfschmerz, hinter dem eine Schlafapnoe stecken kann. Die Patienten sind meist übergewichtig und hyperton. Ihre Partner berichten oft von Schnarchen und nächtlichen Atemaussetzern. Verdächtig ist auch Sekundenschlaf/ Tagesschlaf als mögliche Folge des Schlafmangels.

… und Arteriitis temporalis

Eine Arteriitis temporalis ist meist einseitig temporal, pochend/bohrend, und berührungsempfindlich. Sie kann sich gleichzeitig auch anderenorts abspielen und von Sehstörungen, Schwindel, Schluckschmerzen, Zungengangrän und asymmetrischem Puls begleitet werden. Die Patienten benötigen manchmal mehr als 1,5 Jahre lang Kortison, so Dallmann.

Quelle: 28. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongress (22.-25.3.2017) in Frankfurt am Main

(H. Brettschneider)

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