TI-Anbindung

Weiterer Praxisausweis-Anbieter erhält Zulassung

Die Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur kommt nur schleppend voran – weil kaum Komponenten auf dem Markt sind. Für den Praxisausweis tritt nun ein neuer Anbieter neben die bisher allein dastehende Bundesdruckerei.

Berlin. Für den elektronischen Praxisausweis zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) gibt es jetzt einen weiteren Anbieter. Die Firma medisign habe die Zulassung der gematik und der KBV erhalten, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag (7. Juni) mit. Bislang war die einzige Bezugsquelle die Bundesdruckerei.

Der Praxisausweis wird von medisign für 23,25 Euro pro Quartal angeboten. Dies entspricht der Summe, die Arztpraxen aus der TI-Finanzierungsvereinbarung erstattet bekommen. Der Ausweis sollte etwa vier Wochen vor dem geplanten Konnektor-Installationstermin beantragt werden, erinnert die KBV.

Praxen benötigen den Ausweis (SMC-B), damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann. Er ermöglicht es, sich gegenüber dem digitalen Gesundheitsnetzwerk als medizinische Einrichtung zu authentifizieren. Für jede Praxis ist ein Ausweis ausreichend. Bei Vorhandensein eines mobilen Kartenterminals ist ein weiterer Praxisausweis notwendig.

Beim Konnektor als zentrale Komponente der TI hingegen ist mit der Compugroup weiterhin nur ein Anbieter am Markt. KBV und GKV-Spitzenverband hatten jüngst die ursprünglich abgestaffelte Kostenerstattung für Praxen verlängert; andernfalls hätte ab dem dritten Quartal eine deutliche Finanzierungslücke gedroht.

(jk)