Terminservicestellen

vdek fordert Online-Terminvereinbarung

Versicherte sollten bei den Terminservicestellen auch online Termine buchen können, meint der Verband der Ersatzkassen (vdek). Das stößt bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nicht auf Gegenliebe.

Berlin. „Im Zeitalter der Digitalisierung sollten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) auch einen elektronischen Terminservice für Versicherte einrichten, über den diese einen freien Sprechstundentermin bei einem Facharzt direkt buchen können", forderte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) am Mittwoch (4. April) in Berlin.

Elsner bezieht sich damit auf die von den KVen betriebenen Terminservicestellen, die Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten vermitteln. Geht es nach der neuen Bundesregierung, sollen die Terminservicestellen künftig auch Termine bei Hausärzten vermitteln.

Elsners Vorschlag stößt bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) allerdings nicht auf Gegenliebe. "Die Kassenfunktionäre im vdek handeln wohlfeil, indem sie Ideen zur Arbeit anderer haben", kontert KBV-Sprecher Roland Stahl auf Anfrage von "Der Hausarzt". "Es wäre hilfreich, wenn der vdek die gleiche Energie auf Vorschläge verwenden würde, wie die durch seine Krankenkassen verursachte Bürokratie in Arztpraxen verringert werden könnte."

Unabhängig vom Vorstoß des vdek analysierten KBV und KVen derzeit die "Ist-Situation" bei den Terminservicestellen, die bisher gut funktionierten, räumt Stahl ein. Die Beratungen würden zeigen, "ob und welche Optionen" es künftig geben könne. 

Viele Terminanfragen müssen abgewiesen werden

Elsner meint, eine Online-Buchung könne die Telefonhotlines der Servicestellen entlasten. Denn Patienten könnten dann zu „jeder Tages- und Nachtzeit problemlos" online Termine buchen. In 2017 haben die Servicestellen bundesweit 190.000 Termine vermittelt. Bisher erhalten fast alle Patienten einen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt innerhalb der Frist, zeigen Rückmeldungen aus den einzelnen KVen.

Viele Anfragen müssen aber auch zurückgewiesen werden, weil die Patienten die Kriterien für den Anspruch auf eine Terminvermittlung nicht erfüllen. Daher stellt sich die Frage, wie bei einer Online-Buchung gewährleistet werden kann, dass Patienten auch wirklich berechtigt sind, einen Termin über die Servicestelle zu buchen. Hinzu kommt, dass Ärzte sich schon jetzt immer wieder ärgern, wenn Patienten die so vereinbarten Termine nicht wahrnehmen – teilweise ohne abzusagen.

Künftig sollen Patienten auch Hausarzttermine über die Hotline der Servicestellen erhalten, plant die Bundesregierung. Das hält der Deutsche Hausärzteverband für keine gute Idee. Denn die Servicestellen vereinbaren keinen Termin bei dem Hausarzt des Patienten, sondern bei irgendeinem Hausarzt. „Das konterkariert die Grundidee der hausärztlichen Versorgung: eine koordinierte Behandlung aus einer Hand durch einen Hausarzt", erklärt Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt.

Vdek will einheitliche Rufnummer für Servicestellen

Vdek-Vorsitzende Elsner fordert darüber hinaus, dass die Bundesregierung die KVen dazu verpflichten soll, eine bundesweit einheitliche Rufnummer für die Terminservicestellen einzurichten. Derzeit müssen Versicherte in jeder Region eine andere Telefonnummer wählen. Elsner zufolge ist dies nötig, weil viele Versicherte die Möglichkeit der Terminservicestellen nicht kennen. Eine forsa-Umfrage im Auftrag des vdek hat ergeben, dass nur die Hälfte der 1.000 gesetzlich versicherten Befragten wusste, dass sie sich bei Problemen wegen eines Facharzttermins an eine Terminservicestelle wenden können.

(jvb)